Motorsport Magazin Rhein-Berg
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    BMW Motorsport zieht Zwischenbilanz fĂŒr 2010

    Von Sascha Kröschel | 6.August 2010

    Am vergangenen Wochenende ( 30.07.- 01.08.2010) hat das Team BMW Motorsport mit dem BMW M3 GT2 in Spa-Francorchamps (BE) das dritte 24-Stunden-Rennen in dieser Saison absolviert. Parallel dazu feierte Andy Priaulx (GB) mit dem BMW 320si WTCC in BrĂŒnn (CZ) den 50. Sieg fĂŒr die Marke in der FIA World Touring Car Championship.

    Im Interview zieht BMW Motorsport Direktor Mario Theissen eine Zwischenbilanz zu den AktivitÀten von BMW im Tourenwagen- und GT-Sport 2010.

    Herr Theissen, wie lautet Ihr Fazit nach den drei EinsÀtzen des BMW M3 GT2 bei europÀischen 24-Stunden-Klassikern?

    Mario Theissen: „Wir sind mit unseren Starts auf dem NĂŒrburgring, in Le Mans und in Spa-Francorchamps insgesamt zufrieden. Der Höhepunkt war natĂŒrlich gleich der erste Einsatz in der Eifel. Obwohl die Vorbereitungszeit mit dem BMW M3 GT2 extrem knapp war, konnten wir unseren 19. Gesamtsieg bei diesem Klassiker feiern. Der SchlĂŒssel zum Sieg war zweifelsohne die ZuverlĂ€ssigkeit unserer Autos. Wir waren nicht unbedingt die Schnellsten, konnten jedoch bis zum Ende des Rennens konstante Zeiten fahren. Das ist bei einem solchen Marathon ein entscheidendes Kriterium.“

    In Le Mans stand das 17. BMW Art Car im Mittelpunkt des Interesses


    Theissen: „Ganz richtig. Es war faszinierend zu sehen, welche Aufmerksamkeit der Start mit dem von Jeff Koons gestalteten BMW M3 GT2 Art Car auf sich zog. Zudem war es schön, zum ersten Mal nach unserem Gesamtsieg mit dem BMW V12 LMR 1999 wieder bei dieser beeindruckenden Veranstaltung dabei zu sein. Sportlich lief es leider nicht wie geplant. Mit dem BMW M3 GT2 in der ACO-Spezifikation hatten wir noch weniger Zeit zur Vorbereitung als vor dem Rennen auf dem NĂŒrburgring. Zudem mussten wir mit einem kleineren Luftmengenbegrenzer antreten, was uns das Leben zusĂ€tzlich schwer gemacht hat. Platz sechs in der LM GT2-Klasse war am Ende nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Dennoch konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln, die in die Weiterentwicklung des BMW M3 GT2 eingeflossen sind.“

    Wie groß ist Ihre EnttĂ€uschung nach dem knapp verpassten Sieg in Spa-Francorchamps?

    Theissen: „FĂŒr jeden im Team war es hart, den Sieg 40 Minuten vor dem Ziel aus der Hand geben zu mĂŒssen. Aber im Motorsport gleicht sich meistens alles aus. Am NĂŒrburgring hatten wir ein wenig GlĂŒck und konnten am Ende jubeln. In Spa-Francorchamps waren wir sehr gut vorbereitet und sehr schnell unterwegs. Dass wir die FĂŒhrung gewissermaßen auf der Zielgerade noch verloren haben, ist zwar schade. Dennoch kann die ganze Mannschaft stolz auf ihre Leistung sein. Das Team, die Fahrer und unser Reifenpartner Dunlop haben den BMW M3 GT2 im Lauf der vergangenen Monate zu einem Siegertyp geformt.“

    Wo werden wir den BMW M3 GT2 in diesem Jahr noch im Einsatz sehen?

    Theissen: „ZunĂ€chst kĂ€mpft der BMW M3 GT2 natĂŒrlich in der American Le Mans Series weiter um den Titel in der GT-Klasse. Aktuell sieht es dort fĂŒr das BMW Rahal Letterman Racing Team viel versprechend aus. In der Fahrerwertung belegen unsere Piloten die PlĂ€tze zwei und drei, in der Team- und Herstellerwertung fehlt uns lediglich ein Punkt auf den Spitzenreiter. Vor den abschließenden vier Saisonrennen sind wir also in einer aussichtsreichen Position, um den ersten Titel in der ALMS seit 2001 ins Visier nehmen zu können. Zudem tritt BMW im neuen Intercontinental Le Mans Cup an. Neben dem Petit Le Mans in Road Atlanta, das zur ALMS zĂ€hlt, werden wir in Silverstone und Zhuhai am Start sein. Nach dem jĂŒngsten AufwĂ€rtstrend bin ich zuversichtlich, dass wir auch in dieser Serie eine gute Figur abgeben können.“

    Die Tourenwagen-WM befindet sich in einer fĂŒnfwöchigen Sommerpause. Wie sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

    Theissen: „Andy Priaulx befindet sich fĂŒr das BMW Team RBM nach 14 Rennen mitten im Titelrennen. In BrĂŒnn konnte er den 50. Sieg fĂŒr BMW in dieser Meisterschaft seit 2005 erringen. Es war ein besonders wichtiger Triumph, da Andys direkte WM-Konkurrenten gleichzeitig Punkte liegen gelassen haben. So konnte er sich in der Fahrerwertung bis auf 16 Punkte an die Spitze heranarbeiten. Außerdem freut es mich, dass einmal mehr auch BMW Fahrer in privater Mission auf sich aufmerksam machen konnten. Allen voran ist sicherlich Colin Turkington zu nennen, der in sechs Rennen bisher drei Mal auf das Podium fahren konnte.“

    Was erwarten Sie von den vier abschließenden Veranstaltungen?

    Theissen: „Andys Ausgangsposition fĂŒr die kommenden Rennen in Oschersleben, Valencia, Okayama und Macau ist gut. Im vergangenen Jahr haben wir auf jeder dieser vier Strecken mindestens einen Sieg gefeiert. Wenn uns das auch 2010 gelingt, können wir ein Wort um den Titel mitsprechen. Sollte Andy wie erhofft mit einer WM-Chance nach Macau reisen, dann kann dort bekanntlich alles passieren.“

    Wie beurteilen Sie die Premierensaison des BMW Z4 GT3?

    Theissen: „Mit jedem Rennen gelingt es unseren Kundenteams in Zusammenarbeit mit BMW Motorsport, den BMW Z4 GT3 zu verbessern. In der FIA GT3 Europameisterschaft hat diese Arbeit bereits FrĂŒchte getragen: Schubert Motorsport konnte in Jarama den ersten Sieg fĂŒr unser jĂŒngstes Kundensport-Fahrzeug erringen. Wir sind auf einem sehr guten Weg, was die LeistungsfĂ€higkeit des Autos angeht. Ich bin ĂŒberzeugt, dass uns der BMW Z4 GT3 in dieser Saison noch hĂ€ufig Freude bereiten wird.“

    Topics: Motorsport |