Motorsport Magazin Rhein-Berg
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    DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen

    Von Kerstin Prange | 8.April 2021

    DTM 2021: Die GT3 ├ära hat begonnen. Zum ersten Mal treffen alle Teams der neuen technischen ├ära zusammen. Die Class-1-Autos sind bekannterma├čen Geschichte. In dieser Saison kommen GT3-Autos zum Einsatz, die von privaten und zum Teil werksunterst├╝tzen Teams eingesetzt werden.

    Zehn Teams waren am 07./08. April bei den ersten offiziellen Testfahrten auf dem Hockenheimring am Start. Die 35. Saison der Traditions-Rennserie und Ferrari startet erstmals in der DTM. Die kraftvollen GT3-Rennwagen schreiben ein weiteres Kapitel der langen DTM-Geschichte. Mit Sophia Fl├Ârsch gibt es wieder eine schnelle Lady, die den Spuren der bisher einzigen weiblichen DTM-Siegerin Ellen Lohr folgen wird.

    Das Starterfeld

    Bunt gemischt und international wie lange nicht mehr. Alex Albon, Timo Glock und Christian Klien bringen Formel-1-Erfahrung mit, Mike Rockenfeller hat Le Mans und die DTM gewonnen, mit Kelvin und Sheldon van der Linde duelliert sich ein junges Br├╝derpaar in unterschiedlichen Rennwagen, der Inder Arjun Maini sorgt f├╝r die 30. Fahrer-Nation der DTM-Historie.Nico M├╝ller kehrt zum Team Rosberg zur├╝ck. Mit Gary Paffett, Daniel Juncadella, Lucas Auer und Maximilian G├Âtz reihen sich weitere bekannte Gesichter in das Starterfeld ein. Sie fuhren bereits zu Mercedes-Zeiten mit dem Stern und bleiben diesem auch weiterhin treu. 18 Fahrer haben ihre Runden gedreht und erste Erfahrungen f├╝r die diesj├Ąhrigen Saison sammeln k├Ânnen.

    Die Nase ganz weit vorn

    Maximilian G├Âtz gerade wieder in der DTM zur├╝ck hat er sich den Platz 1 in der Zeitenliste gesichert. Bestzeit f├╝r sein HRT-Mercedes-Team bei den ersten offiziellen Testfahrten. Der AMG-Fahrer hatte es schwieriger erwartet, aber wenn es einmal rollt, dann rollt’s.

    Wetterkapriolen

    Daf├╝r ist Hockenheim bekannt. In den vergangenen Jahren wurde oft vor K├Ąlte gezittert oder man wurde na├č bis auf die Haut. So auch bei den Testtagen in diesem Jahr. Diesmal war es kein Regen, sondern Schnee, der die Bedingungen beeinflusste. Es dauerte, bis die Reifen Grip bekamen.

    Kurioser Zwischenfall

    DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen
     
     
    Am Mittwoch wurde kurzerhand der vorgegebene Zeitplan ├╝ber den Haufen geschmissen. Die Mittagspause wurde noch p├╝nktlich eingehalten, aber danach begann das Warten. Die Autos der Rahmenserie, die DTM-Trophy, waren zu laut. Es klingt kurios, aber das war der Grund f├╝r die Unterbrechung. Messger├Ąte, die in Kurve 1 auf dem Hockenheimring aufgestellt sind, registrierten Werte, die die Grenze des Erlaubten ├╝berschritten. Insgesamt kam es sogar zu sechs L├Ąrm-Verst├Â├čen. Gemessen wurden Werte zwischen 105 und 107 Dezibel. Auf der Strecke unterwegs waren am Vormittag ausschlie├člich GT4-BMW, f├╝nf an der Zahl, von Walkenhorst und Hofor. Auf dem badischen Kurs waren nur maximal 98 Dezibel erlaubt, da die DTM-Testfahrten als sogenannter C-Test angemeldet worden sind. Bei der Anmeldung eines B-Tests d├╝rfen die Autos etwa bis zu 109 Dezibel laut sein – allerdings gelten dann andere Bestimmungen wie eine verk├╝rzte Fahrzeit auf der Rennstrecke.

    DTM 2021: Die GT3 ├ära hat begonnen – Fazit der Testtage

    Die Mercedes-St├Ąrke, die sich bereits in den Sessions abzeichnete, hielt bis zum Schluss. Auf den ersten sechs Positionen stehen ausschlie├člich Piloten eines Mercedes-AMG GT3. Mike Rockenfeller auf Platz sieben ist bester Audi-Fahrer. Alex Albon f├╝hrt auf der neunten Position das AF-Corse-Duo an. Marco Wittmann beendete den zweiten Testtag auf Platz zw├Âlf als bester BMW-Pilot. Das waren sie, die ersten Testfahrten der neuen DTM-├ära mit GT3-Autos. Am Ende ein zumindest auf dem Papier eindeutiges Ergebnis. Und eines, das viele Fragen offenl├Ąsst, die es im Nachgang zu kl├Ąren gilt.

    [DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen

    Balance of Performance (BoP)

    Die DTM setzt 2021 eine Balance of Performance (BoP) ein, um die unterschiedlichen Fahrzeuge in der ersten Saison mit GT3-Rennwagen anzugleichen. Die DTM-Dachorganisation ITR wird die Einstufung wie in der DTM Trophy selbst ├╝bernehmen. Jetzt hat die Rennserie mit AVL Racing einen Partner vorgestellt, der sie dabei unterst├╝tzt.

    AVL ist in Graz ans├Ąssig und weltweit in der Automobilbranche t├Ątig. Viele Aufgabenbereiche sind im Motorsport angesiedelt. Der Automobildienstleister ist in Projekte in 15 Rennserien involviert. In den vergangenen Jahrzehnten erarbeitete sich das Unternehmen in den Bereichen Antriebsstrangentwicklung, Fahrzeugsimulation, Pr├╝fst├Ąnde und Prototypenherstellung eine technische Expertise.

    Eine eigene Software berechnet die Performance der Fahrzeuge

    Um die Performance der Fahrzeuge und eine BoP zu berechnen, setzt AVL eine eigene Software mit dem Namen Vehicle Simulation Model (VSM) Race ein. Sie ist mittels Cloud-Computing in der Lage, zwischen zwei Trainingssessions bis zu 100.000 Runden zu simulieren. So kann die Performance unterschiedlicher Fahrzeug-Konzepte wie Front-, Mittel- und Heckmotor sowie verschiedener Motorenvarianten – Acht- oder Zehnzylinder, Turbo- oder Saugmotor – angeglichen werden, um ein enges Teilnehmerfeld zu kreieren. Nach aktuellem Stand ist in der DTM-Saison 2021 der Einsatz von GT3-Fahrzeugen der Hersteller Audi, BMW, Mercedes, Ferrari und McLaren vorgesehen.

    Die gemeinsame BoP von ITR und AVL basiert auf virtuell simulierten Runden. Damit unterscheidet sich die Herangehensweise von jener in anderen Rennserien. Dort werden auch Erkenntnisse realer Testfahrten ber├╝cksichtigt. Durch die Simulation ist es m├Âglich, ├Ąu├čere Einfl├╝sse wie das Wetter und die Streckenbeschaffenheit bei der Berechnung einer Basis-BoP auszuschlie├čen. Jedoch werden diese Faktoren bei der Erstellung der streckenabh├Ąngigen BoP ber├╝cksichtigt. Besonders Temperatur und Umgebungsluftdruck haben einen relevanten Einfluss auf die Motorleistung. Ebenso wichtig ist das tats├Ąchliche Haftungsniveau der unterschiedlichen Fahrzeuge. Dabei werden gro├če Datenmengen und eigene Daten aus Testfahrten, Trainings und Rennen der DTM-Saison verwendet.

    Ellen Lohr weiterhin aktiv f├╝r spannenden Motorsport

    Unl├Ąngst baute AVL seine DTM-Expertise aus. Ellen Lohr ist seit diesem Jahr Motorsport-Direktorin beim ├Âsterreichischen Automobil- und Motorsportdienstleister. „Seit mittlerweile 20 Jahren arbeitet AVL mit der Software VSM Race daran, verschiedene Fahrzeug- und Antriebssysteme miteinander zu vergleichen“, sagt die bislang einzige Siegerin eines DTM-Rennens. „Unser Anspruch ist es, mit unseren Ingenieuren und zusammen mit der ITR eine effektive BoP als Fundament f├╝r spannenden Motorsport zu erstellen.“

    DTM 2021: Die GT3 ├ära hat begonnen! Zum ersten Test wurde coronabedingt wieder nur eine handvoll Mediavertreter eingeladen. Wir hoffen, dass in diesem Jahr die Rennen mit Fans stattfinden k├Ânnen. Wir werden auf jeden Fall von den Rennwochenenden f├╝r alle Interessierten berichten. Bis dahin w├╝nschen wir allen eine kurzweilige Zeit und vor allem bleibt gesund!

    Topics: DTM |