« DTM: Manthey gewinnt nach der Teamwertung auch den Fahrer- und Rookie-Titel in der Saison 2025 | Home | DTM 2025: Emil Frey Racing beim Showdown in Hockenheim »
DTM: Historischer Triumph in Hockenheim – GĂŒven wird erster tĂŒrkischer Champion
Von Sascha Kröschel | 5.Oktober 2025
- Porsche-Pilot macht nach Sieg im finalen Meisterschaftslauf Titel perfekt
- Lucas Auer verliert als Vierter die TabellenfĂŒhrung und wird Gesamtzweiter
- Besuchermagnet: 102.000 Motorsport-Fans beim DTM-Finale in Hockenheim
Ayhancan GĂŒven (TR/Manthey EMA) hat am Sonntag auf dem Hockenheimring Motorsportgeschichte geschrieben. Der 27-JĂ€hrige krönte sich mit seinem fĂŒnften Saisonsieg zum DTM-Champion und gewann damit als erster Rennfahrer aus der TĂŒrkei den Titel. âAuf diesen Moment habe ich ĂŒber 20 Jahre lang hingearbeitet. Das ist der gröĂte Erfolg meiner Karriere, diesen Tag werde ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen. Das Finale war eines der spannendsten in der Geschichte der DTM. Ich habe keine Rechenspiele betrieben, sondern wollte einfach nur dieses Rennen gewinnen und damit die Meisterschaft holenâ, erklĂ€rte der glĂŒckliche neue Champion. Marco Wittmann (FĂŒrth/Schubert Motorsport) lieĂ seinen BMW M4 GT3 Evo im letzten Meisterschaftslauf noch einmal so richtig fliegen, machte 15 Positionen gut und wurde Zweiter. Den dritten Rang belegte Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Winward Racing). Der als Spitzenreiter ins finale DTM-Wochenende gestartete Lucas Auer (A/ Mercedes-AMG Team Landgraf) fiel mit Platz vier in der Gesamtwertung auf Rang zwei zurĂŒck. Nach insgesamt 16 MeisterschaftslĂ€ufen hatte der Ăsterreicher einen RĂŒckstand von nur vier Punkten auf GĂŒven. Die Herstellerwertung gewann Mercedes-AMG. Gesamtsieger der neuen âDTM Rookie of the Yearâ-Wertung wurde Morris Schuring (NL/Manthey Junior Team).
Sonnenschein empfing das Starterfeld am Sonntagmittag auf dem Hockenheimring beim entscheidenden Rennen der Saison. Der Titel-Showdown begann furios: Der Tabellendritte RenĂ© Rast (Bregenz/Schubert Motorsport) schob sich in seinem BMW M4 GT3 Evo nach einem guten Start hinter Pole-Setter Gilles Magnus (B/Comtoyou Racing) und GĂŒven auf den dritten Rang vor und attackierte den vor ihm liegenden TĂŒrken. Bei diesem Zweikampf erhielt er einen StoĂ von hinten und schied mit seinem beschĂ€digten Fahrzeug aus. Damit war der Meisterschaftstraum von Rast, der in Hockenheim sein vorerst letztes DTM-Rennen bestritt, vorzeitig und unverschuldet beendet.
An der Spitze zog Neuling Magnus unbeirrt seine Kreise, GĂŒven blieb in seinem Porsche 911 GT3 R aber in Schlagdistanz. Dahinter reihten sich Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing), Jordan Pepper (ZA/ TGI Team Lamborghini by GRT) und Auer auf den Positionen drei bis fĂŒnf ein. Nach dem ersten Boxenstopp ĂŒbernahm GĂŒven, der als einer der letzten Fahrer zum Reifenwechsel fuhr, die FĂŒhrung vor Magnus. Wittmann hatte sich dagegen als einer der ersten Piloten neue Pirelli-Slicks geholt und mit dieser Strategie sowie starken Ăberholmanövern auf Platz drei vorgearbeitet. Hinter dem Vierten Aitken folgte bereits Engel, der seit dem Start zehn Positionen gut gemacht hatte. In Runde 22 war die starke Vorstellung von Magnus vorbei: Der Belgier schied mit einem technischen Problem an seinem Aston Martin Vantage GT3 aus.
GĂŒven behauptete sich auch nach dem zweiten Reifenwechsel vor Wittmann und Engel an der Spitze. Zu diesem Zeitpunkt lag GĂŒven voll auf Meisterschaftskurs. In der letzten Runde wurde es dramatisch: Wittmann attackierte und ĂŒbernahm die FĂŒhrung â bei dieser Konstellation wĂ€re Auer Meister geworden. Doch kurz darauf sorgte GĂŒven fĂŒr einen Moment, der in die DTM-GeschichtsbĂŒcher eingeht: Vor den vollbesetzen TribĂŒnen setzte er in der Sachskurve zum Konter an, fuhr bei seinem Ăberholmanöver teilweise ĂŒber die Wiese und ĂŒberquerte kurz darauf mit einem Vorsprung von 0,169 Sekunden als Erster die Ziellinie. Hinter dem neuen Champion folgten Wittmann und Engel. Auer wurde als Vierter gewertet, da Aitken und Pepper eine verhĂ€ngte Strafe der Rennleitung nicht antraten und nach dem Rennen disqualifiziert wurden. Einen tollen Saisonabschluss feierte der erst 17-jĂ€hrige Tom Kalender (Hamm/Mercedes-AMG Team Landgraf) mit seiner ersten Top-FĂŒnf-Platzierung.
Thomas Preining (A/Manthey EMA) belegte im Porsche 911 GT3 R Rang sechs. Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti (I/Abt Sportline) fuhr nach 33 Runden als Siebter durchs Ziel, sein Markenkollege Luca Engstler (Kempten/TGI Team Lamborghini by GRT) folgte auf Position acht. Ricardo Feller (CH/Land-Motorsport) sicherte sich mit dem einzigen Audi im Feld Platz neun, Maximilian Paul (Dresden/Paul Motorsport) kÀmpfte sich nach einer starken Aufholjagd von Startplatz 21 auf Position zehn vor.
Marco Wittmann: âWas fĂŒr ein Comeback von uns. Wenn man von Platz 17 startet und am Ende um den Sieg fĂ€hrt, hat man einen richtig guten Job gemacht. Ich wollte unbedingt gewinnen, kurz vor Schluss habe ich die Chance dafĂŒr gesehen und bin an Ayhancan GĂŒven vorbeigezogen. Leider konnte er kurz darauf kontern. Trotzdem ist der zweite Platz mit Blick auf unsere Aufholjagd ein groĂartiges Ergebnis.â
Maro Engel: âWir können zufrieden sein, mit so einem super Rennen die Saison zu beenden. GroĂes Kompliment an das ganze Team, die Jungs haben zwei mega Boxenstopps absolviert. Wir haben alles probiert, leider hat es nicht fĂŒr ganz vorne gereicht. Das Finale war beste Werbung fĂŒr die DTM. Toller Motorsport mit TĂŒr-an-TĂŒr-Duellen vor einer unglaublichen Kulisse ist genau das, wofĂŒr die Serie steht.â
Lucas Auer: âIch habe mein Herz auf der Strecke gelassen und alles gegeben. Es ist hart, nach so einer starken Saison nicht den Titel geholt zu haben. Wir haben als gesamtes Team einen wirklich guten Job gemacht.â
RenĂ© Rast: âEigentlich war ich schon an Ayhancan GĂŒven vorbei, leider sind wir in der Spitzkehre aber weit nach auĂen gekommen und dann kam es zur Kollision mit Ben Green. Ich hĂ€tte den Kampf um den Titel unfassbar gerne auf der Strecke ausgetragen. Das fĂŒhlt sich wie ein Alptraum an. So wollte ich mich nicht von der DTM verabschieden.â
Ergebnis, 16. Meisterschaftslauf, Hockenheimring
1. Ayhancan GĂŒven (TR/Manthey EMA)
2. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport), +0,169 Sekunden
3. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward Racing), +1,394 Sekunden
4. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), +2,887 Sekunden
5. Tom Kalender (D/Mercedes-AMG Team Landgraf), +4,734 Sekunden

Topics: DTM |

