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DTM: Jusuf Owega – âIch bin ĂŒberzeugt, dass wir gewinnen könnenâ
Von Sascha Kröschel | 1.August 2023
- Der Kölner spricht vor seinem Heimspiel ĂŒber seine erste DTM-Saison
- Mercedes-AMG Junior-Fahrer zieht eine Zwischenbilanz, blickt auf die SchlĂŒsselstellen am NĂŒrburgring und verrĂ€t ein Saisonziel
Zum vierten DTM-Tourstopp auf dem NĂŒrburgring (4. bis 6. August) hat Jusuf Owega die kĂŒrzeste Anreise aller Fahrer. Der 21-JĂ€hrige vom Mercedes-AMG Team BWT ist gebĂŒrtiger Kölner und bestreitet seine DebĂŒt-Saison in der DTM. Im Interview spricht Owega ĂŒber seine besondere Beziehung zum NĂŒrburgring, die Bedeutung von ADAC Rennserien fĂŒr seine Karriere und Rad-an-Rad-Duelle gegen seinen Bruder Salman Owega.
Was verbindest du als Kölner mit dem NĂŒrburgring?
In erster Linie sind es zwei Heimrennen fĂŒr mich. Der NĂŒrburgring ist auch die erste Strecke, mit der ich als kleiner Junge Kontakt hatte. Mit meinem Vater und meinem Bruder bin ich frĂŒher öfter auf der Nordschleife gefahren. In Kombination mit der Nordschleife hat der NĂŒrburgring eine groĂe Geschichte. Die Formel 1 ist dort viele Jahre gefahren, das 24-Stunden-Rennen ist eines der gröĂten Sportevents der Welt. Wenn man an Motorsport in Deutschland denkt, kommt einem sofort der NĂŒrburgring in den Kopf. Die Strecke ist weltweit bekannt.
Auf dem NĂŒrburgring wird der Halbzeitmeister der DTM gesucht. Was hat die Strecke zu bieten?
Die Kurvenkombinationen am NĂŒrburgring sind sehr speziell. Anders als beispielsweise in Oschersleben oder am Sachsenring flieĂen die Kurven nicht so ineinander ĂŒber. Das sieht man unter anderem im ersten Streckenabschnitt ganz gut. Es beginnt mit einer Spitzkehre, danach geht es ĂŒber eine langgezogene Linkskurve in die Mercedes-Arena. Das ist ein langsamerer, aber sehr technischer Bereich. Am Ende fĂ€hrt man aber auf allen Strecken, um der Schnellste zu sein. Das ist es relativ egal, wie der Kurs verlĂ€uft.
Wo sind auf dem NĂŒrburgring die SchlĂŒsselstellen?
Die letzte Kurve wird entscheidend sein. Kommt man aus der nicht gut raus, fehlt einem der Speed und man kann gegen Ende der Start-Ziel-Geraden ĂŒberholt werden. Auch aus der Bit-Kurve muss du als Fahrer die Geschwindigkeit Richtung Hatzenbach mitnehmen, dann kann man vor oder in der Schikane zum Ăberholmanöver ansetzen.
Du bist ĂŒber die ADAC GT4 Germany in den GT-Sport gekommen â ein entscheidender Wechsel in deiner Karriere?
Auf jeden Fall. Der Umstieg von der britischen Formel 3 in die ADAC GT4 Germany war schon eine Herausforderung. FĂŒr mich kam es darauf an, mich schnell an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen. Anders als die Formel-3-Rennwagen sind die GT4-Fahrzeuge beispielsweise deutlich seriennaher. Es war mein Einstieg in den GT-Sport, daher war es ein wichtiges Jahr fĂŒr mich.
Welche Rolle spielte das ADAC GT Masters fĂŒr deine Entwicklung?
Im ADAC GT Masters bin ich den nĂ€chsten Karriereschritt gegangen. In den zwei Jahren habe ich neben den Strecken auch viele Fahrer kennengelernt, die jetzt zur DTM zĂ€hlen. Aus meiner Sicht ist es hilfreich, den Fahrstil der Konkurrenten zu kennen. Dadurch kann man auf der Strecke besser einschĂ€tzen, wie sich ein Fahrer in bestimmten Situationen verhĂ€lt. AuĂerdem war ich ĂŒber die erste SaisonhĂ€lfte TabellenfĂŒhrer im ADAC GT Masters, das ist gut fĂŒrs Selbstbewusstsein und das positive GefĂŒhl habe ich mit in die DTM genommen.
Wie fÀllt die Zwischenbilanz nach den ersten sechs DTM-Rennen aus?
Es ist meine erste DTM-Saison und auch mein erstes Jahr als Mercedes-AMG Junior-Fahrer. Deswegen waren die Rennen von vielen neuen EindrĂŒcken geprĂ€gt. Trotzdem konnten wir unser Potenzial bereits zeigen. Beim Auftakt in Oschersleben und in Zandvoort bin ich zweimal in die Top-10 gefahren. Jeder im Team arbeitet sehr fokussiert. Daher bin ich ĂŒberzeugt, dass fĂŒr uns im Laufe der Saison noch mehr gehen wird.
Was ist diese Saison noch drin?
Ein Podiumsplatz ist auf jeden Fall das Ziel. Ich denke schon, dass wir auch Chancen auf einen Sieg haben. Das Feld liegt unglaublich eng beieinander, natĂŒrlich benötigt man da auch etwas GlĂŒck. Aber wenn das Gesamtpaket passt, können wir ganz vorn angreifen.
Dein Bruder Salman Owega fĂ€hrt im ADAC GT Masters, vergangene Saison wart ihr Gegner. Wie fĂŒhlt sich das an?
Es hat seinen Reiz, gegen den eigenen Bruder zu fahren. Auf der Strecke schenken wir uns nichts. Ich bin mir aber relativ sicher, dass mein Bruder mich nicht abrĂ€umen wĂŒrde. Salman und ich haben einen super Umgang miteinander. Kritische Manöver lassen sich nach einem Rennen einfacher aus der Welt schaffen, als wenn ich so eine Situation mit einem fremden Fahrer habe. Wir hatten am NĂŒrburgring mal eine knifflige Begegnung auf der Strecke. Damals sind wir ein paar Kurven mehr oder weniger nebeneinander gefahren, bis ich dann an ihm vorbeigezogen bin.
Das klingt so, als wenn der Motorsport in der Familie Owega gelebt wird?
Definitiv, ich komme aus einer Motorsport-verrĂŒckten Familie. Mein Vater ist eigentlich bei jedem Rennen dabei. Er hatte schon frĂŒher groĂes Interesse am Motorsport und auch viel an Touristenfahrten teilgenommen. Wir tauschen uns viel aus und mit ihm als Psychologen und Neurologen habe ich auf jeden Fall besten mentalen Support an meiner Seite.
Welche Verbindung hast du als gebĂŒrtiger Kölner zum Karneval und 1. FC Köln?
Ich mag die Stadt wirklich sehr, aber bin nicht der typische Kölner. NatĂŒrlich freue ich mich, wenn der 1. FC Köln seine Spiele gewinnt. Ich verfolge allerdings die Premier League deutlich mehr, vor allem den FC Liverpool. Leider war ich noch nicht im Stadion an der Anfield Road, aber das habe ich auf jeden Fall noch vor. Die Stimmung dort muss groĂartig sein.
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